Page 88 - EMF–Elektromagnetische Felder
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 Mikrowellenstrahlung von 2,5 Gigahertz ausgesetzt gewesen waren – einer Frequenz, die der sehr ähnlich ist, auf der Ihr 4G-Handy sendet. 53
Als man bei Motorola von Lais und Singhs Erkenntnissen erfuhr, schaltete das Unternehmen auf Abwehrmodus. In einem internen Memo vom 13. Dezember 1994 wird die beste Strategie diskutiert, wie man Zweifel am Ergebnis der Studie schüren könne. So schlugen die Manager folgende Sprachregelung vor:
Diese Arbeit wirft einige interessante Fragen über mögliche biologische Effekte auf, aber nach unserem Verständnis gibt es zu viele Ungewissheiten – was die eingesetzte Methodik anbelangt, die gemeldeten Erkenntnisse und deren wissenschaftliche Grundlagen –, als dass man zum jetzigen Zeitpunkt irgendwelche Schlussfolgerungen bezüglich ihrer Bedeutung ableiten könnte.
Ohne weitere Untersuchungen in diesem Bereich fehlt jedwede Grundlage zu bestimmen, ob das [was die Forscher festgestellt haben] in irgendeiner Form mit DNA-Schäden oder Gesundheitsrisiken in Zusammenhang steht, speziell mit Blick auf die Frequenzen, die Energiestufen oder die Mobilfunkgeräte. 54
Doch nicht nur die entsprechenden Unternehmen haben versucht, die Erforschung der biologischen Auswirkungen elektromagnetischer Felder zu unterbinden, sondern auch das Militär. Dr. Allan Frey, einer der führenden Forscher in diesem Bereich, untersuchte erstmals 1960, wie sich Mikrowellenstrahlung auf den Körper auswirkt. Frey war damals ein 25 Jahre junger Neurowissenschaftler und arbeitete im General Electrics Advanced Electronics Center der Universität Cornell.
Schon zu diesem Zeitpunkt war Frey an der Frage interessiert, wie elektronische Felder die Gehirnfunktion beeinflussen. Als ihn eines Tages ein Radartechniker mit der unglaublichen Behauptung anrief, er könne Radar »hören«, ging Frey sofort der Frage nach, was es mit diesen Radargeräuschen auf sich hätte. Und in der Tat konnte auch Frey es hören, ein unterschwelliges, durchgängiges Summen. »Ich konnte hören, wie das Radar ›zip, zip, zip‹ machte«, schilderte er seine Erfahrung später.





























































































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