Page 75 - EMF–Elektromagnetische Felder
P. 75

 Die Tabakindustrie belog die Öffentlichkeit jahrzehntelang vorsätzlich
Bereits in den 1950er-Jahren lag eine beeindruckende Menge wissenschaftlicher Beweise dafür vor, dass das Rauchen schwere Krankheiten an Lunge und Herz verursachen kann. Dennoch dauerte es weitere 50 Jahre, bis die gesundheitlichen Bedenken so groß wurden, dass die Zahl der Raucher deutlich zurückging.
Wie konnten wir dermaßen lange im Dunkeln tappen?
Ihre Vorgaben erhielten die Tabakunternehmen während dieser ganzen Zeit von Hill+Knowlton Strategies, jener PR-Firma, die sie in den 1950er- Jahren mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit beauftragt hatten. Anstatt das im vorhinein verlorene Spiel der Faktenleugnung zu spielen, entwickelte Hill+Knowlton geniale Strategien, von denen sich die Mobilfunkbranche später einiges abschauen sollte.
Sehen wir uns ein Dokument von damals an, das der Öffentlichkeit zugespielt wurde und zeigt, welche Ziele der Zigarettenhersteller Brown & Williamson verfolgte. Die Stichpunkte sind ausgesprochen aufschlussreich:
Ziel Nr. 1: In den Köpfen von Millionen muss die falsche Überzeugung zerstreut werden, dass der Genuss von Zigaretten Lungenkrebs und andere Krankheiten nach sich zieht. Diese Überzeugung basiert auf fanatischen Annahmen, verleumderischen Gerüchten, haltlosen Behauptungen und den unwissenschaftlichen Aussagen und Spekulationen von Opportunisten, die sich ins Rampenlicht drängen wollen.
Ziel Nr. 2: Der Zusammenhang zwischen Zigarette und Krebs ist schnellstmöglich zu unterbinden. Die Zigarette muss in den Köpfen der Männer und Frauen, die sich in der freien amerikanischen Marktwirtschaft bewegen, wieder den ihr zustehenden würdevollen und akzeptierten Platz einnehmen.
Ziel Nr. 3: Es muss deutlich gemacht werden, dass der unglaubliche, beispiellose und ruchlose Angriff auf die Zigarette die größte



























































































   73   74   75   76   77