Page 156 - EMF–Elektromagnetische Felder
P. 156

 Kinderleukämie
Es gibt nur wenig, was einem so sehr das Herz bricht wie ein Kind, das gegen eine Krebserkrankung ankämpft. Insofern ist es besonders traurig, dass es eine ausführlich dokumentierte Verbindung zwischen einer Belastung mit ELF-Strahlen elektromagnetischer Felder und Kinderleukämie gibt, der häufigsten Krebsart bei Kindern.
1979 veröffentlichten Dr. Nancy Wertheimer und der Arzt Ed Leeper erstmals Untersuchungsergebnisse, die für eine Verbindung zwischen EMF- Strahlung von Stromleitungen mit Kinderleukämie sprachen. Kinder in Colorado, die in der Nähe von Stromleitungen lebten – ganz besonders solche, die zeitlebens dicht an Stromleitungen gelebt hatten –, erkrankten häufiger an Blutkrebs als Kinder, deren Zuhause weiter von den Stromleitungen entfernt lag. 54
Zunächst stießen Wertheimer und Leeper auf Unverständnis, oder man tat ihre Ergebnisse ganz ab. 1988 jedoch stützte eine von der New Yorker Gesundheitsbehörde in Auftrag gegebene Studie ihre Resultate, 55 und mittlerweile zählt Kinderleukämie zu den wissenschaftlich am besten nachgewiesenen Folgen einer EMF-Belastung. Im BioInitiative Report sind fast hundert Studien aufgeführt, die Beweise für einen Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und Kinderleukämie erbringen. 56
Dass die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) 2002 elektromagnetische Strahlung als »möglicherweise krebserregend« einstufte, hing zu weiten Teilen auch mit der eindeutigen Faktenlage bezüglich einer Verbindung von ELF-Strahlung und Kinderleukämie zusammen. Tatsächlich hieß es 2007 in der WHO-Publikation Environmental Health Criteria:
Die Einstufung durch die IARC wurde stark durch die Assoziationen beeinflusst, die bei epidemiologischen Studien zu Kinderleukämie beobachtet wurden. 57





























































































   154   155   156   157   158